In unregelmäßigen Abständen veranstaltet die DKP-Ortsgruppe Neukölln zu aktuellen politischen Themen Rote Stammtische. Veranstaltungsort ist der Salvador-Allende-Club in der Jonasstr. 29, in Neukölln. Beginn der Veranstaltungen sofern nicht anders ausgewiese ist 19.30 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen vorbeizukommen!

Unser nächster Roter Stammtisch:

25. Oktober 2012
Beginn: 19.00 Uhr

Ägypten – Aufbruch wohin?

Der Kampf um die Macht – nach dem Sturz Mubaraks im Frühjahr 2011 – scheint beendet. Bürgerliche Medien berichten kaum noch aus Ägypten. Dabei hat die Entwicklung in diesem arabischen Land Tragweite auch für die gesamte Region und darüber hinaus.

Wir fragen u.a.:
Was ist aus dem „ägyptischen Frühling“, aus den Forderungen nach Brot, Freiheit und Würde geworden? Welche Kräftekonstellation herrscht in Ägypten seit der Übernahme der Macht durch die Muslimbruderschaft? Worum geht es in den aktuellen Auseinandersetzungen und welche Rolle spielt die ägyptische Linke dabei? Welchen Einfluss hat der „Westen“ auf die Entwicklung?

Darüber wird Nabil Yacoub – ägyptischer Journalist und Vorstandsmitglied der Arab Organisation for Human Rights (Sitz in Kairo) – mit uns und interessierten Gästen diskutieren.

----------------------------------------------------------------------------------

15. Juni 2012

Syrien: Ein Land im Visier des Westens

Nachdem die westliche Kriegsallianz unter Führung der NATO im vergangenen Jahr einen Regimewechsel in Libyen herbeigebombt hat, droht sich dieses Szenario nun in Syrien zu wiederholen. Auch in dem geostrategisch wichtigen Land im Nahen Osten arbeiten regierungsfeindliche Kräfte wie die „Freie Syrische Armee“ daran, die Lage zu eskalieren. Auf diese Weise soll jeder Dialog mit der Regierung unmöglich gemacht und die von Baschar Al-Assad zaghaft eingeleiteten Reformen hintertrieben werden. Immer deutlicher wird, wie der Westen an der Spirale der Gewalt mitdreht – etwa wenn er die Gegner des Regimes militärisch ausrüstet oder, höchst tendenziös, in der medialen Berichterstattung jedwedes Massaker unbesehen der Regierung zuschreibt.

Die Journalistin Karin Leukefeld berichtet als Kennerin des Landes regelmäßig für junge Welt und Neues Deutschland über die Lage in Syrien. Sie wird in ihrem Vortrag die aktuelle Situation vor dem Hintergrund immer aggressiver werdender Kriegsdrohungen darstellen. Welche Möglichkeiten gibt es noch zur friedlichen Beilegung des Konflikts? Können Russland und China mit ihrem Kurs der Nichteinmischung eine weitere Eskalation verhindern? Welche Perspektiven gibt es für einen nationalen Dialog, der verhindert, dass das Land wie Irak, Libyen oder Afghanistan im Chaos versinkt und ein Flächenbrand die gesamte Region überzieht?

----------------------------------------------------------------------------------

23. Februar 2012

Hommage an Franz Josef Degenhardt (1931-2011)

Nachdem Franz Josef Degenhardt im vergangenen Jahr am 14. November verstarb, wurde er in diversen Nachrufen einhellig als bedeutender kommunistischer Liedermacher gewürdigt. Dabei trat Degenhardt – im Unterschied etwa zu Dieter Süverkrüp oder Hannes Wader – von Anfang an nicht mit den traditionellen Liedern der Arbeiterbewegung und der Volkskunst hervor, sondern mit teilweise sehr hintersinnigen eigenen Dichtungen und Kompositionen.
Die DKP Neukölln gedenkt mit diesem Abend „Karratschs“. Anhand einiger ausgesuchter Aufnahmen aus vier Jahrzehnten folgt Klaus Linder (DKP Friedrichshain-Kreuzberg) der Entwicklung dieses ungewöhnlichen Dichters und Sängers und versucht den Fragen nachzugehen: Was ist eigentlich ein Liedermacher? Und was braucht es, damit aus einem Liedermacher ein kommunistischer Liedermacher wird? Und ab wann war das eigentlich bei Franz Josef Degenhardt der Fall?
----------------------------------------------------------------------------------

26. Januar 2012

Die braune Staatsschutzzelle – Das Zwickauer Nazitrio und seine Hinterleute

Die staatlichen Ermittlungen zur „Zwickauer Terrorzelle“, auf deren Konto die brutale Ermordung von mindestens neun Menschen mit Migrationshintergrund in den Jahren 2000 bis 2006 an verschiedenen Orten im Bundesgebiet sowie ein Sprengstoffanschlag mit vielen Verletzten in Köln geht, kommen nur äußerst schleppend voran. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die zuständigen Behörden keinen besonderen Ehrgeiz an den Tag legen, um die Hintergründe der beispiellosen Mordserie aufzudecken. So ließ man sich erstaunlich viel Zeit mit der Verhaftung der ersten mutmaßlichen Unterstützer. Auch wurden, wie sich inzwischen herausstellte, wichtige Beweismittel durch staatliche Stellen vernichtet.

Vor allem kritischen Medienberichten ist es zu verdanken, dass die Rolle des sogenannten Verfassungsschutzes in Thüringen im Zusammenhang mit den Bluttaten der Neonazis in der Öffentlichkeit immer stärker hinterfragt wird. Nach bisherigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass das Amt von der Existenz des Mördertrios nicht nur wusste, sondern dessen Taten zum Teil aktiv durch finanzielle und logistische Hilfe unterstützt hat. Aber auch diese Kumpanei könnte nur die Spitze eines Eisberges sein.

Wie gefährlich ist die militante rechte Szene? Wer hält seine schützende Hand über die Mörder? Die junge-Welt-Autoren Markus Bernhardt und Sebastian Carlens haben zum Thema intensiv recherchiert und eine Reihe von Artikeln veröffentlicht. Sie werden zu den Hintergründen des rechten Terronetzwerks referieren.
----------------------------------------------------------------------------------

08.Dezember 2011

„Biji Kurdistan“ Eine Befreiungsbewegung zwischen bewaffnetem Kampf und dem Ringen um demokratische Autonomie

Die Kurden sind die wichtigste und stärkste oppositionelle Kraft in der Türkei. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sieht in ihrem Kampf um politische und kulturelle Selbstbestimmung daher ein Haupthindernis für die Großmachtpläne seiner AKP-Regierung. Um dem Land am Bosporus eine Vormachtstellung in der Nahostregion zu verschaffen, verschärft Ankara seinen Konfrontationskurs gegenüber der kurdischen Befreiungsbewegung. Das zeigen nicht zuletzt die jüngsten massiven Angriffe der türkischen Armee auf Stellungen der kurdischen Guerilla sowie die landesweite Verhaftungswelle gegen prokurdische Politiker, Rechtsanwälte und Journalisten.

Welche Chancen hat die kurdische Befreiungsbewegung angesichts der wachsenden Repression? Welche Perspektiven für eine friedliche, demokratische Entwicklung bieten sich ihr jenseits des bewaffneten Kampfes? Zu diesen und weiteren Fragen referiert Nick Brauns, Koautor eines Buches über die Geschichte der PKK und Verfasser zahlreicher Zeitungs- und Zeitschriftenartikel zur kurdischen Frage
----------------------------------------------------------------------------------

17.November 2011

Gegen Privatisierung, Ausplünderung und Chaos: Kann ein Volksbegehren die Berliner S-Bahn noch retten?

Die S-Bahn in Berlin fuhr eigentlich immer recht zuverlässig. 2009 wendete sich allerdings das Blatt. Seither herrscht insbesondere in den Wintermonaten Chaos auf den Berliner Bahnhöfen. Hunderttausende, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, kennen seither die Probleme: Verspätungen, Zugausfälle, Notfahrpläne, Unfälle, ganze Teilstrecken, die nicht mehr befahren werden und, und, und …

Verantwortlich dafür ist die Deutsche Bahn AG. Ihr Ziel ist die Profitmaximierung und der geplante Börsengang der Bahn. Die Folgen sind der Abbau von Arbeitsplätzen, die Schließung von Werkstätten, unzureichende bzw. keine Wartung von Zügen und des Schienennetzes. Das Ganze passiert auf dem Rücken der Beschäftigten und der Fahrgäste.

Viele hatten davon genug und gründeten den Berliner S-Bahn-Tisch. In diesem Bündnis haben sich S-Bahn- und Bahngewerkschafter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sowie das Aktionsbündnis „Bahn für Alle“, der Fahrgastverband und das Berliner Anti-Krisenbündnis zusammengeschlossen, um gemeinsam den Ausverkauf der S-Bahn zu verhindern. Ziel ist es, Instandsetzung und weiteren Betrieb zukünftig unter öffentliche Kontrolle zu stellen. Um den öffentlichen Druck zu erhöhen, soll auch in diesem Fall mit einem Volksbegehren ein Gesetz zur Beendigung des S-Bahn-Chaos erzwungen werden.
----------------------------------------------------------------------------------

25.August.2011

Die Euro-Zone in der Krise.

Griechenland, Portugal, Irland, Italien… – die globale Wirtschafts- und Finanzkrise erschüttert immer mehr die Staaten in Europa. Unterdessen werden in Brüssel Maßnahmen beschlossen, die nur einem Interesse dienen: dem, die Macht des Finanzkapitals der europäischen Kernländer weiter zu festigen und Demokratie abzubauen. Verschuldete Staaten der EU-Peripherie werden an den Pranger gestellt, müssen Souveränitätsrechte an Brüssel abtreten und drohen auf den Status von Kolonien herabzusinken.
Andreas Wehr, Verfasser des Buches „Griechenland, die Krise und der Euro“ und Autor zahlreicher Artikel in der jungen Wwelt, uz und ND, analysiert die aktuellen Maßnahmen Brüssels zur Bekämpfung der Euro-Krise und spricht über Perspektiven des Widerstands.
----------------------------------------------------------------------------------

9.Juni 2011

Bildung ist Grundrecht! Zur Schulpolitik in Neukölln

Die Schule ist wieder ein Ort schärfster Klassengegensätze geworden, denn in diesem System ist die wirtschaftliche Kraft der Familien mehr und mehr Grundvoraussetzung für den schulischen Erfolg der Kinder. Gerade in Bezirken wie Neukölln mit einem hohen Anteil aus Familien mit Migrationshintergrund und einer überdurchschnittlich hohen Zahl vonSchülerinnen und Schülern, die von Hartz IV abhängig sind, besteht die Gefahr, dass sich Armut und Ausgrenzung über den „schulischen Bildungsweg“ in die nächste SchülerInnen-Generation fortpflanzen.
----------------------------------------------------------------------------------

26.Mai 2011

Syrien – der beschwerliche Weg zur Demokratie

Die Berichterstattung über die Proteste in Syrien in den hiesigen Mainstreammedien ist von starker Einseitigkeit geprägt. Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass das westliche Ausland die Geschehnisse in dem geostrategisch wichtigen Nahoststaat massiv in seinem Sinne zu beeinflussen versucht: Nach bekannter Manier sollen mittels Exilaktivisten und materieller „Hilfe“ (Verteilung von Laptops, Satellitentelefonen und Kameras) die Demonstrationen in eine den imperialistischen Staaten nützliche Richtung gelenkt und ein „regime change“ herbeigeführt werden. Issam Haddad hat soeben die syrische Hauptstadt Damaskus besucht und dort Gelegenheit gehabt, sich ein Bild von der Lage im Land zu machen und mit Vertretern fortschrittlicher Parteien und Organisationen zu sprechen. Er berichtet von seinen Eindrücken und den Versuchen, Syrien jenseits
imperialistischer Einmischungsversuche auf einen demokratischen Weg zu bringen.

Dr. Issam Haddad ist Mitglied der KP Libanons und der Palästinensischen Gemeinde Berlin
----------------------------------------------------------------------------------