Archiv für Dezember 2012

LLL-Demo 13.1.2013

Britzer Bürger wehren sich gegen Neofaschisten

Aktion am 20. Dezember wird von großem Bündnis getragen

Aufruf des Bündnisses

Die Menschen in Britz haben genug von den Neofaschisten in ihrem Kiez. Nachdem es immer mehr Übergriffe gab – von faschistische Aufklebern und Schmierereien, über Drohanrufe bis zu Gewalttaten und Brandanschlägen, will dem nun ein breites Bündnis entgegentreten.

Das im November 2012 gegründete „Aktionsbündnis Britz gegen Neonazis“ kündigt schon im Namen an, dass es nicht bei Erklärungen und Reden bleiben soll. Die Britzer Bürger wollen sich aktiv wehren gegen die Neofschisten in ihrem Stadtteil.

Die vielen Aktionen einzelner Gruppen und Organisationen für Demokratie und Toleranz, gegen Faschismus, Rassismus und Gewalt sollen in Zukunft besser koordiniert und gebündelt werden.

Am 20. Dezember 2012 organisiert das Aktionsbündnis eine Menschen-Lichter-Kette mit dem Motto: „Britz und die Hufeisensiedlung sind bunt – aber nicht braun!“ Es soll ein symbolischer Kreis gebildet werden, rund um die als UNESCO-Weltkulturerbe bekannte ehemalige Arbeitersiedlung. Beteiligt sind neben den AnwohnerInnen der Großsiedlungen in Britz, die Neuköllner Falken die Fritz-Karsen-Gemeinschaftsschule, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften. Unterstützt wird das Bündnis durch die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (mbr). In die Menschen-Lichter-Kette werden sich auch Prominente einreihen.

Wir trauern

um Werner Gutsche der am 4. Dezember 2012 nach einem tragischen Unfall im 90ten Lebensjahr verstorben ist.

http://dkpneukoelln.blogsport.de/images/thumb-wernergutsche2.jpg

Rechts außen Werner Gutsche, am Stand des Arbeitskreises, am 10.9.2012 auf
dem Sommerfest der DKP in der Neuköllner Jonasstraße.

Wir sind tiefbetroffen vom Tod unseres Freundes und Genossen Werner Gutsche. Unsere Älteren unseres Arbeitskreis Geschichte bei der DKP Neukölln kennen Werner seit Jahrzehnten und haben gemeinsam mit ihm in der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins gegen die Spaltung Deutschlands, gegen Kalten Krieg, gegen den Neofaschismus, für Abrüstung und Frieden , für demokratischen Rechte und soziale Sicherheit und Zukunft gekämpft. Werner war immer einer der aktivsten und zuverlässigsten.

Werner war bestrebt seine geschichtlichen Erfahrungen und Kenntnisse weiter zu vermitteln. Er arbeitete aktiv und zuverlässig in unserem Geschichts Arbeitskreis mit und gab uns wichtige Hinweise, Impulse und bereicherte uns mit Materialien. Werner gestaltete Ausstellungen, wie zum Blutmai 1929 und zur Befreiung Neuköllns 1945 durch die Rote Armee. Er organisierte zu diesen Ereignissen Stadtführungen in Neukölln, wo er anschaulich auf diese Ereignisse und Hintergründe verwies und führte uns zu Stätten des Widerstandes und der Verbrechen der Naziherrschaft.

Wir werden Werner vermissen, in unseren Herzen lebt er weiter.
Arbeitskreis Geschichte bei der DKP Neukölln
Rainer Perschewski, Dr. Reiner Zilkenat, Peter Wegner, Peter Klaar, Klaus Kubacki, Beate Hufschmidt, Detlev Fendt

Die Trauerfeier und Beisetzung von Werner Gutsche findet am 15. Januar 2013 um 11:00 Uhr auf dem Luisen Städtischen Friedhof in Neukölln, Hermannstraße 186-190 statt.

Rassistische Hetze als Programm

NPD und CDU instrumentalisieren Debatte um geplantes Flüchtlingsheim in Berlin-Neukölln

von Markus Bernhardt

Während rund ein Dutzend Flüchtlinge seit beinahe sechs Wochen am Brandenburger Tor für eine humanere Flüchtlingspolitik protestiert, nimmt die auf dem Rücken von Asylbewerbern betriebene Stimmungsmache in der Bundeshauptstadt weiter zu. Aktuell versucht beispielsweise die neofaschistische NPD im Berliner Bezirk Neukölln, bei der dortigen Bevölkerung vorhandene Vorurteile gegen Migranten zu verstärken und für ihre rassistische Propaganda zu instrumentalisieren.

Die Neuköllner Bezirksvertretung hatte unlängst beschlossen, in der August-Fröhlich-Straße im Ortsteil Rudow eine provisorische Flüchtlingsunterkunft für insgesamt 150 Flüchtlinge – unter anderem aus Syrien und der Türkei – zu errichten. Die stößt bei Teilen der Bevölkerung und erwartungsgemäß auch bei den Neofaschisten um den NPD-Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke auf Widerstand. Bereits Ende November marschierten rund 70 Neonazis in Rudow auf, um zu fordern, daß Rudow »mit seinem dörflichen Charakter deutsch bleiben« müsse. Auch in den kommenden Wochen und Monaten dürfte den extremen Rechten daran gelegen sein, die Stimmung weiter anzuheizen. So kündigt die NPD auf ihrer Internetseite an, »das brisante Thema weiterhin beobachten« zu wollen.

Indes sind es nicht nur die Neonazis, die sich in Stimmungsmache gegen die Flüchtlingsunterkunft üben. Auch der Bezirksverband der CDU führte schon im Oktober eine »Bürgersprechstunde« durch, an der über 150 Personen teilnahmen. Rassistische Phrasendreschereien waren dort alles andere als die Ausnahme. (mehr…)